Angst & Unsicherheit- Wegweiser statt Hindernis
Vor einiger Zeit sagte mir ein Coachee mitten in einem Change-Prozess:
„Stefan, manchmal fühle ich mich wie im Nebel – ich sehe nicht, wohin es geht, und mache trotzdem weiter.“
Ich nickte. Denn genau das ist Führung im Wandel: Entscheiden bei Unsicherheit.
Angst, abgemildert in Form von Unsicherheit, Anspannung, Vorsicht oder Sorge, sind keine Anzeichen von Schwäche – sie sind emotionale Frühwarnsysteme, die uns zeigen, wo Klarheit fehlt und Aufmerksamkeit mit Veränderung notwendig wird.
Wenn Angst auftaucht, ist Entwicklung im Spiel
Angst entsteht oft dort, wo Neues beginnt:
bei Veränderungen im Unternehmen,
- unter Leistungsdruck,
- bei unklaren Rollen,
- oder wenn Entscheidungen mit Risiko verbunden sind.
Doch Angst will nicht lähmen – sie will schützen und vorbereiten. Sie zeigt: „Hier ist etwas wichtig – bitte aufmerksam bleiben.“
Oder, wie ich es gerne formuliere:
„Nichts ist schlimmer als Angst im Nebel – du siehst nichts, aber spürst alles.“
Und genau deshalb lohnt es sich, diesen Nebel zu durchdringen:
Weg von der Angst- hin zu der Aufmerksamkeit mit Veränderung – ein 3-Schritte-Weg
1. Fühle und erkenne das Gefühl
Angst oder abgemilderte Formen zu ignorieren, verstärkt sie. Wer sie wahrnimmt und benennt, schafft Distanz und innere Entlastung. Die Sinne werden geschärft, das Denken klarer. Veränderung beginnt mit Bewusstheit.
2. Wofür steht das Gefühl? – kritisch durchleuchten
Frage dich:
- Was genau macht mir Angst oder Unsicherheit?
- Ist das Szenario realistisch oder eine Überreaktion?
- Welche wunden Punkte trifft die Situation?
Durch diese Reflexion entsteht Struktur: Du erkennst Muster, Szenarien, Konsequenzen – und plötzlich auch Chancen und Lösungen. Angst verliert ihre Macht, wenn sie verstanden wird.
3. Leite eine Maßnahme oder Kernbotschaft ab
Angst will Bewegung: Erstelle eine Liste konkreter Schritte – vom Informationsgespräch bis zum Plan B. Das verwandelt Energie in Handlung und reduziert Druck.
👉 Angst neu interpretieren heißt:
„Ich nehme sie ernst, aber sie lenkt mich nicht, sondern führt mich zur Veränderung.“
Angst und Ärger – zwei Seiten derselben Energie
Beide Gefühle enthalten Antriebskraft:
- Ärger schützt Grenzen.
- Angst schützt Werte.
Wenn beides verstanden und kanalisiert wird, entsteht aus emotionaler Spannung mentale Stärke.
Fazit: Angst oder Unsicherheit als Einladung zur Klarheit und Veränderung
Angst ist wie ein übervorsichtiger Beifahrer: Sie ruft „Achtung!“, auch wenn die Straße frei ist. Wer ihr zuhört, ohne ihr das Steuer zu überlassen, bleibt aufmerksam – und kommt meist sicherer ans Ziel. 🚗😌
Denn Angst will uns nicht stoppen, sondern daran erinnern, wie wichtig die Richtung ist, in die wir fahren.



